Freitag, 15. August 2025

18. Friedensgespräch

Verein für Soziale Bildung

Wie ist Frieden möglich?

Wir sprechen darüber anhand eines Interviews mit einer der Sekretärinnen von Hitler, die sich zu den Mechanismen der Machterhaltung sehr gute Gedanken gemacht reflektiert:

Was bedeutet es, wenn in der Erziehung ein Abstraktum ins Gefühlsleben des Menschen eingepflanzt wird, das über der Beziehung zum Mitmenschen steht. Damit entsteht im Gefühlshaushalt eine grundlegende Überzeugung, dass der Sinn des Lebens und das Lebensziel darin besteht, auch auf Kosten des Mitmenschen und stärker als die Verbundenheit zum einzelnen Menschen, diesem Ideal zu folgen und auch sein eigenes Leben dafür zu opfern. 

Das Fühlen, Denken und Handeln richtet sch darauf,  bedeutend darin zu sein, einer Abstraktion zu folgen. Was dem Menschen möglich ist, sich einem anderen Menschen emotional nahe zu kommen und ihm auch hinzugeben wird verdorben dadurch, dass diese mögliche Hingabe zum Mitmenschen von Anfang an ersetzt wird  mit der Hingabe zu einem Abstraktum wie Weltrettung, Rettung der Zukunft, der Menschheit oder sogar der ganzen Welt, Hingabe an eine Revolution für einen Volkskörper wie im Nationalsozialismus, für die Nation, für das Proletariat wie in der sowjetischen Diktatur ab 1917, für den Aufbau des Friedens, Erhalt eines vereinten Europas, für die Freiheit, für die Gerechtigkeit, für den Kampf gegen die Unterdrücker, gegen die Bösen, gegen die Bolschewisten oder gegen die Faschisten, gegen die Juden oder gegen die Christen, gegen die Weissen oder gegen die Schwarzen, gegen den internationalen Kapitalismus oder gegen den Sozialismus, gegen das System, gegen den Staat, gegen die Staatsfeinde, gegen …

In diesen Wahnvorstellungen für ein besseres Leben muss erzogen sein, dass man opferbereit ist, auch das eigene Leben für ein Abstraktum zu opfern genauso wie die Gegner oder Feinde geopfert werden müssen für eine eingebildete bessere Zukunft. 

In der traditionellen Erziehung heisst das, damit man sein Leben auf vermeintlich Höheres ausrichten kann, muss man so stark werden, dass man auch auftretendes Mitleid für einzelne, gegnerische Menschen heldenhaft auszuschalten „fähig“ wird. 

Der Gegner kann gedemütigt werden, sogar eingesperrt, nur schon für sein Dasein, für seine Äusserungen, für seine Meinung, für seine „falschen“ Überzeugungen, und man hat eine Genugtuung dabei, eine mindestens „klammheimliche Freude“ sogar bei dessen Vernichtung. 

Durch die Gehorsamserziehung, ausgerichtet auf solche Mythen und Abstraktionen, wird der Mensch eingeschränkt in seinem Gefühlsleben gegenüber den Mitmenschen und richtet Abneigungen, Aversionen und Überheblichkeiten auf diese. 

Es zeigt sich hier auch, was die Vorstellung von Genies anrichtet, so dass man sich diesen entweder anschliesst und das eigene Denken darauf ausrichtet und auch Widersprüche ausschaltet, vor allem wenn solche von einer eingebildeten gegnerischen Seite kommen. 

Der Mensch wird durch eine falsche Erziehung so vorbereitet, dass er zur Marionette wird, die sich zugunsten des Guten das Böse bekämpft, zuerst im Fühlen und Denken – und wenn es sein muss, auch im Handeln bis hin zur Kriegsunterstützung. 

Aber auch in der Häme über einen Bösen, sogar wenn dieser von den Guten diskriminiert, entwertet attackiert oder erschossen wird. 

Es braucht eine Erziehung, durch die der Mensch nicht so verbogen wird, dass er froh ist, wenn er von autoritär auftretenden Menschen beachtet wird und sich auf diese ausrichtet. Es braucht eine Erziehung, wo man nicht für das sogenannte Gute kämpft, sondern Erfüllung darin findet, den Mitmenschen zu erfreuen und mit den anderen in immer tiefere Verbindung kommt, wo man Prioritäten setzen kann, so dass man sich mit denjenigen zusammentun kann, die das Leben nicht distanziert leben. 

In den zwei Interviews wird deutlich, welche verfehlte Weltanschauung im Gefühlsleben dominiert, wenn der Mensch durch die traditionell religiöse, mystische Erziehung zu Gut und Böse verwirrt wird, sich erhofft, vom Schicksal ausersehen zu sein, sich als Vertreter eines höheren Auftrages versteht, sogar freundschaftliche, väterliche, mütterlich Gefühlslagen nur für etwas Höheres einzusetzen, ohne wirklich zu empfinden, sein Leben und das von anderen zu opfern für eine höhere Bestimmung.  

Wird man aufgehalten, ist man in einer solchen Wahnwelt von Gut und Böse darauf vorbereitet, nicht zu Ende denken und nicht zu Ende fühlen zu können und begeistert sich dafür, Rache zu üben an den Bösen, sei es auch in der Vergangenheit und glaubt, dafür , einen Teil der jetzigen Menschen niedermachen zu sollen und zu müssen, sei es hinter deren Rücken oder ganz offen, wenn man sich stark genug fühlt. 

18. Friedensgespräch
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