Wir diskutieren die Frage: Wie kommt es zur Anfälligkeit für Gewalt, Macht und Krieg?
1) Woraus besteht das tradierte Menschenbild?
1.1. Die Welt besteht aus Gut und Böse, Engel und Teufel, Selenski und Putin im Westen, in Russland umgekehrt
Dieses Prinzip von Gut und Böse galt auch bei den «sozialen Bewegungen», die zu der Partei der Grünen führte, heute die grössten Kriegstreiber: Kampf gegen Atomkraft : (Auf welcher Seite der zwei möglichen stehst Du?), Kampf gegen die Mächtigen und Kapitalisten, Kampf gegen die USA, Kampf gegen die Umweltverschmutzer und Männerbastion, Kampf mit Massenprotesten, Widerstand, auch Terrorismus und Mundtotmachen gegen die Bösen.
1.2. Man muss mit allen Mitteln zu den Guten gehören, sonst wird man bestraft und ausgegrenzt. Wer gut ist, bestimmte früher die Kirche, heute die Medien und die Narrativ und die Agendasetzer, ganz nach Marcuses Forderung der «Repressiven Toleranz», also einer Toleranz nur innerhalb einer vorgegebenen Spannbreite von Meinungen. Die aufklärerischen Freiheiten, das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, die Gedanken-, Meinungs-, Gewissens-, Religions-, Weltanschauungs-, Informations-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit, Pressefreiheit, Schutz der Ehe und Familie sollten den Einzelnen vor dem Staat schützen, der nicht willkürlich die Guten definieren sollte.
1.3. Das Böse muss mit allen Mitteln bekämpft werden (Verbrennungen, Ausgrenzung, Entwertung usw. )
1.4.Dafür muss man ein Feindbild aufbauen (der andere ist nicht erklär- und verstehbar, man muss Angst bekommen)
1.5. Ein Feindbild als Inkarnation des Bösen verhindert das Erforschen einer Sache. Es gibt nur eine Meinung – die Richtige und Gute. Jeder andere Gedanke als die herrschende Erzählung ist gefährlich.
1.6. Ein Feind, der eine Meinung ausserhalb der sinnstiftenden herrschaftsfestigenden Erzählung (Narrativ) vertritt, darf und muss auch mit Gewalt bekämpft werden. Da darf es keine Freiheiten und kein Pardon geben.
1.7. Der Mensch sich von Anbeginn und mit seinem Dasein schuldig fühlen , früher von den christlichen Kirchen vorgegeben, heute durch verschiedenste herrschaftssichernde Institutionen und durch immer gleiche Erzählungen (Manipulation) als sündiger Mensch identifiziert: Jeder Mensch schädigt durch sein Dasein andere Menschen, die Mehrheit der Diskriminierten, die Grosseltern, die Gesellschaft, die Welt, das Klima. Jeder muss sich deshalb schlecht fühlen, Busse für seine Schuld tun und sich deshalb denjenigen unterwerfen, die ihm Befreiung von seiner Schuld versprechen. (zum Beispiel indem sie sich nur noch zu Hause aufhalten, ihr gesamtes Leben offenlegen, nur noch nach Vorschrift und nach herrschaftswissenschaftlichen Vorgaben essen, trinken, kleiden, wohnen, bewegen, handeln, fühlen, denken.
1.8. Der Mensch kann dann seinem Bedürfnis nach Zugehörigkeit folgen, wenn er sich den Vorgaben freiwillig unterwirft.
1.9. Dies geschieht am besten in einer Hierarchie, in einem Oben- und Unten- Gefüge, in der die selbsterklärten Wissenden und Sozialingenieure festlegen, welchen Vorschriften und Einengungen Folge zu leisten ist. Dazu gehört ein Gefühl, sich unterlegen zu fühlen, eine Vorsicht, Misstrauen gegenüber normalen Menschen und das Leben den Höheren zu überlassen. Der gut erzogene Untertan ordnet sich freiwillig unter. Er ist so erzogen, dass er spontan Angst hat, nicht mehr dazugehören zu können, wenn er den Vorgaben nicht folgt. Wenn diese Angst geschürt wird, kommen solche Mechanismen zum Tragen. Der Mensch ändert seine Meinung über die Welt, um nicht ausgeschlossen zu werden.
1.10: Der Mensch kann nicht forschen und geduldig überlegen: Er muss schnell das Richtige, das Vorgegebene tun, weil ihm sehr sehr Bedrohliches, früher der Teufel, vorgegaukelt wird.
2) Ein modernes Menschenbild besteht aus folgendem:
– Der Mensch ist auf Kooperation voradaptiert.
In der Geschichte war nicht der Kampf gegeneinander und der Krieg die treibende Kraft für den Fortschritt, sondern die Kooperation durch die Sozialnatur des Menschen. (Ab Ende 19. Jahrhundert begann die Widerlegung der bösen Natur des Menschen und die Kriegstreiberei mit der Auseinandersetzung zwischen dem Sozialdarwinismus und Kropotkins «Gegenseitige Hilfe im Tier und Menschenreich»)
– Der Menschen kann eigenständig denken und fühlen, wenn er sich unter den Menschen wohl fühlt
– Der Mensch ist nicht ein Wesen, das sich intrinsisch motiviert (wie noch heute in der Pädagogik verbreitet), sondern durch die Verbundenheit mit den Menschen, die das Leben bereichern
– Freundlichkeit liegt dem Menschen nahe, er muss ich nicht wehren gegen andere Menschen , sondern sich sichtbar und kenntlich machen und kooperieren
– Zutrauen zum Menschen und kooperatives Fühlen, Denken und Handeln eröffnen dem Menschen ein reichhaltiges Leben
(Julian Offran de La Mettrie: 1748: «Über das Glück oder das höchste Gut. Anti Seneca» vertritt, dass der Mensch nicht moralisch hocharbeiten muss, , sondern moralisch gut ist, wenn er sich mit den Menschen befreundet fühlt und daraus sein Glück erfühlen und erdenken kann – was in einer geglückten Erziehung entsteht).
– Gewalt und Krieg zerstören die Kooperation und deren Früchte (wie es im Freskenzyklus in den Räumen des Palazzo Pubblico in Siena 1337 und 1339 von Ambrogio Lorenzetti dargestellt wurde: Wirkungen der guten und schlechten Regierung)
Lucrez im 1. Jhdt gehörte dazu, der sich als Anhänger von Epikur verstand . Für ihn machten die Freundschaften unter den Menschen den Sinn des Lebens aus. Er wendete sich gegen die Angst vor Naturkatastrophen und vor einer Strafe durch eingebildete strafende Götter die die Gemütsruhe verhinderten. Er beklagte die Schrecken des Krieges und wendete sich dagegen.