Freitag/Samstag/Sonntag, 18./19./20. November 2022
Freitag von 19.00 – 21.00 Uhr, Samstag 10 – 21.00 Uhr, Sonntag 9.30 -18 Uhr
Sehr geehrte Damen und Herren
Wir laden Sie hiermit herzlich zu unserem Seminar „Liebe, Partnersuche, Partnerschaft und Sexualität“ ein. Wir werden uns an diesen drei Tagen anhand von persönlichen Beispielen mit wichtigen Fragen rund um diesen Themenkreis befassen. Folgende Fragen und Überlegungen umschreiben, worum es dabei gehen könnte.
Was heisst es, einen Partner kennenzulernen? Welche störenden Gefühle können einen da bereits behindern? Weshalb kommt man vielleicht gar nicht so weit, einen Partner suchen zu wollen? Wie wird man sicher, dass eine schöne Partnerschaft keine Glücks-, Schicksals- oder Zufallsfrage ist? Wie entwickelt sich eine vertraute Beziehung? Warum können Liebesgefühle zurückgehen? Welche unbewussten Gefühle können die Partnerschaften stören? Wie entwickeln sich sexuelle Gefühle und wodurch können sie beim Partner verblassen?
Alle Menschen wünschen sich eine gute Liebesbeziehung. Aber man schreckt vielleicht davor zurück, weil man damit zu grosse Anstrengung, Kritik oder Strenge verknüpft. Oder man hat in der Kindheit erfahren, dass man sich von den Menschen nicht so viel erhoffen kann. Man empfindet es vielleicht anstrengend mit den Menschen, weil man zum Beispiel in näheren Beziehungen erlebt hat, dass man immer kritisiert oder bezwungen wird, alles recht machen muss oder sich anstrengen muss und nicht mehr frei ist, weil man nicht weiss, wie man sich absprechen kann. Wie kann man sich also auf der Partnersuche ganz frei fühlen? Frei dafür, viele Menschen kennenzulernen und dabei unbelastet herauszufinden, wer der andere ist, was man selber möchte, und wie es beiden gefallen könnte.
Und wenn man dann einen Partner gefunden hat, was braucht es, damit sich die Liebe frei entfalten kann und eine gute Partnerschaft entsteht und erhalten bleibt? Welche störenden Gefühle können die Freude an der Sexualität hemmen? Welche Faktoren können einen daran hindern, Gleichwertigkeit zu empfinden, sie zu leben und vom anderen auch zu fordern? Es sind unbewusste Gefühle wie Unsicherheiten, Unterlegenheitsgefühle, Minderwertigkeitsgefühle, Ärger und Wut, Abwehr, leise oder laute Vorwürfe, Rückzugstendenzen, Betroffenheit, Besserwissenwollen, Wünsche nach besonderer Hervorhebung, Eifersucht und viele weiteren Gefühle, die Ausdruck einer falschen Meinung über die eigene Stellung gegenüber den Mitmenschen sind. Oft ist diese Meinung nicht im Ansatz bewusst, weshalb die eigene Wahrnehmung und die eigenen Vorstellungen darüber, wie Situationen zu bewältigen sind, als selbstverständlich und oft einzige Möglichkeit angesehen werden.
Was braucht es, dass man sich gegenseitig verstehen lernt und sich im Gespräch finden kann. Streit entsteht, weil man sich im Denke, Fühlen und Handeln und auch im Gespräch verpasst, weil wir ja fast alle empfindlich sind und eine Gefühlshaltung mit der anderen so zusammentreffen kann, dass man sich verletzt. Es ist für viele eine Herausforderung, anschliessend wieder aufeinander zuzugehen und nicht einfach alles wegzuwischen, sondern zu besprechen, was einen bewegt und umgetrieben hat. Man hat oft nicht einmal die Hoffnung – oder nicht mehr-, dass man miteinander gut sprechen und sich absprechen und verstehen kann, weil nur wenige von uns als Kind einen offenen Austausch und Sprechen über Gefühle erlebt haben.
In unserer Kultur und unserer Erziehung ist es üblich, das Kind und einander viel zu kritisieren, anstatt Fehler interessiert zu untersuchen, und so kommt es oft vor, dass man sich nicht getraut, dem anderen etwas zu sagen, bis man es nicht mehr aushält und den anderen angreift. Oder dass man sich schon bei einer gutgemeinten Frage oder einem Kommentar zu schnell kritisiert fühlt. So wird es auch schwierig, offen über die auftauchenden Probleme und Gefühle zu sprechen, nicht im Streit, sondern als Teil des Sich-Kennenlernens.
Wir behandeln in diesem Seminar anhand verschiedener Beispiele, wie die Erlebnisse in der Kindheit und deren Deutung das eigene Lebensgefühl so beeinflussen, dass man sich in seinen Lebensmöglichkeiten in der Liebesfrage einschränkt. Die gefühlsmässige Auseinandersetzung mit diesen Zusammenhängen ermöglicht es, die selbstverständlichen Gefühlseindrücke in Frage zu stellen, eine realistischere Wahrnehmung zu entwickeln und direkter und gleichwertiger mit dem Mitmenschen umzugehen.
Anmeldeschluss durch schriftliche Anmeldung und Bezahlung: 15. November 2022.