Dienstag, 05. November 2019
Freundschaften
2019, Kalender, VorträgeWie entsteht Nähe? Wie gelingt ein Rückhalt für das Leben?
Wie entsteht Nähe? Wie gelingt ein Rückhalt für das Leben?
Viele von uns haben viele Enttäuschungen erlebt und haben sich so weit vom Leben, von einzelnen oder sogar von fast allen Menschen zumindest innerlich distanziert, dass wir uns vor weiteren schlechten Erlebnissen zu schützen erhoffen. Diese Haltung ist oft mit einem Pessimismus allgemeiner Art verbunden. Trotzdem ist der Wunsch auf eine gute Verbindung mit anderen Menschen oder auf ein erfolgreiches Leben meistens vorhanden. Manchmal kommt dies nur in kurzen Momenten im Zusammenleben zum Vorschein oder beim Anschauen von Filmen, in denen einzelne Szenen innerlich bewegen oder aufwühlen.
Wenn wir es psychologisch genau nehmen, erkennt man, dass wir das Leben unbewusst meist genau so interpretieren, wie wir es als kleines Kind erlebt haben. Sind die kindlichen Eindrücke so gelagert, dass Herausforderungen interessant und sogar beglückend sein können, dann kann ein Kind zuversichtlich und vertrauensvoll ins Leben schauen. Fühlt sich ein Kind vom Leben geplagt oder meint, es müsse sich meistens anstrengen, um sich „über Wasser halten“ zu können, dann kann schon das Aufstehen am Morgen Mühe machen und noch viel mehr, wenn schwierige Aufgaben anstehen.
Erlebt das kleine Kind in den ersten Lebensjahren, dass es sich auf andere abstützen und Unbekanntes, Unsicherheitsgefühle und Ängste in Ruhe besprechen kann, dann wird es in der Persönlichkeit gefestigt. Seine ganze Persönlichkeit ist dann davon durchdrungen, sich gerne im Leben zu bewegen und es kann aktiv und neugierig auf Neues zugehen. Das ist in dieser Form sehr selten der Fall. Gelingt es, sich seiner unbewussten Gefühlslagen und Überzeugungen über das Leben und die Lebensbewältigung bewusst zu werden, dann können wir unsere Einschränkungen erkennen und sie überwinden.
Der kreative Tiefenpsychologe Alfred Adler wies vor 100 Jahren darauf hin, dass die Geschwisterposition einen Einfluss auf die Gefühlsentwicklung des Kindes hat.
Die Geschwistersituation gehört neben vielem anderen zu der Gefühlsumwelt, die ein Kind bei der Geburt vorfindet und mit der es sich auseinandersetzt. Daraus entwickelt es unbewusst – und nach und nach – seine eigene Stellungnahme zum Leben. Diese innere Überzeugung ergibt sich nicht automatisch aus der Umwelt – wie die Geschwistersituation -, sondern ist ein schöpferischer Prozess des Kindes, der unterschiedlich verläuft. Jedoch wirkt sich auch die Geschwistersituation immer auf die Art aus, wie jeder Mensch glaubt, das Leben bewältigen zu können und bewältigen zu müssen.
So kann ein ältestes Kind mit der Zeit dazu neigen, anderen gerne zu helfen. Es kann aus seiner Position aber auch – unbewusst – schliessen, dass es sich im Leben immer dagegen wehren muss, anderen helfen zu müssen. Ein anderes älteste Kind freut sich, wenn es immer vorne ist. Es kann vielleicht sogar nur leben, wenn es anderen voraus ist. Ein anderes Ältestes erlebt es als mühselig, immer mehr wissen und können zu müssen als andere.
Ein jüngeres Kind kann einen unbewussten Glaubenssatz im Gefühl entwickeln, sich immer schwach geben zu müssen, weil es meint, dann leichter zu leben. Ein anderes jüngeres Kind entwickelt hingegen einen grossen Ehrgeiz, nie als klein angesehen zu werden.
Ein Einzelkind kann seine Position unbewusst so deuten, dass es immer gesehen werden muss, damit es vorankommen kann. Ein anderes Einzelkind versucht ständig angestrengt zu vertuschen, dass es noch nicht so viel kann.
Wenn man sich selbst und andere verstehen will, dann hilft es sehr zu verstehen, wie die Geschwistersituation das jeweilige spontane Fühlen, Denken und Handeln beeinflusst hat und beeinflusst.
In der Erziehung geht es für den Erziehenden und die Lehrperson nicht darum, das Kind in die richtige Richtung zu lenken, sondern zu erahnen oder zu erkennen, wie das Kind die eigene (Geschwister-) Situation deutet und sich das Leben entsprechend einzurichten versucht. Wenn man emotional verbunden ist und sich psychologische Kenntnisse angeeignet hat, kann man dem Kind helfen, die Fehldeutungen im Gefühl zu erfassen und zu korrigieren.
8. Juni: Was tun, wenn Kinder schreien, toben, rebellieren?
13. Juli: Innere Unruhe – Nervosität – ADHS: Ursprung und Ausweg
14. Sept: Zögern – Hinausschieben – Vertagen: Was tun?
5. Okt: Wie überwindet man die Ungeduld als Erzieher und als Lehrperson?
9. Nov: Schüchtern – zurückhaltend – vorsichtig: Auswege
7. Dez: Wie kann mehr Lebensmut als Grundlage von Glück und Zufriedenheit entstehen?
Viele Menschen leiden darunter, dass sie nicht ausdauernd, konzentriert und schnell genug vorankommen können, sogar bei Tätigkeiten, die ihnen eigentlich gefallen oder die unbedingt gemacht werden müssen. Viele haben einen Plan gemacht, die Zeiten aufgeteilt, Pausen eingebaut, genau überlegt, was zuerst kommen soll und was später, haben sich mit anderen abgesprochen und die Arbeit in kleine Einheiten aufgeteilt, die Essenszeiten bestimmt und doch klappt die Sache nicht. Zum Beispiel sollte ein Text abgegeben werden, aber es geht nicht vorwärts, weil man an den Worten herumfeilt, erst noch den Anfang des Textes verbessert anstatt weiterzuschreiben, unbedingt noch schnell das sms beantwortet, den Tisch erst aufräumen muss, noch etwas zu trinken braucht, die Nägel feilen muss, die Brille putzen, mit dem Kollegen noch kurz schreiben, ein Filmchen schauen oder ein paar Pilates-Übungen machen, ein bisschen Musik hören, um in eine bessere Stimmung zu kommen, vielleicht auch noch kurz etwas einkaufen oder sogar etwas backen und zum Schluss wird einer müde und schläft kurz seinen power-nap oder unterstreicht erst mal das Wichtigste bevor es weitergeht oder liest noch etwas in Wikipedia zu einem angrenzenden Gebiet.
(mehr …)Wie die Kinder in den ersten Lebensjahren die Welt und die Mitmenschen erleben, entscheidet darüber, wie weit sie fähig sind, Interesse füreinander und für die Welt aufbringen zu können. Was Kinder mit ihren Bezugspersonen erleben, deuten die kleinen Kinder, und bauen daraus unbewusst ihre Persönlichkeit auf, die sich weiter vertieft und verfestigt, wenn die weiteren Erlebnisse in dieselbe Richtung gehen. Kann ein Kind aus den Erlebnissen in den ersten Lebensjahren das Gefühl ziehen, dass es eigenständig und mit den anderen Menschen zusammen das Leben zuversichtlich anpacken kann, dann kann es alle Herausforderungen so anpacken, dass es sich immer wohler fühlt und die Welt friedlich mitgestalten kann.
(mehr …)Viele Menschen sind in vielen Situationen oder ganz generell zurückhaltend und vorsichtig, manche sogar schüchtern. Obwohl alle gerne mit anderen gut gestimmt und auch befreundet sein wollen und sich gerne unterhalten, brauchen die meisten lange oder es gelingt gar nicht, dass sie auf andere zugehen oder sich befreunden. Viele glauben, dass sie so wenig zu bieten oder zu sagen haben, dass sie es auch bei einem Treffen mit Bekannten oder Freunden nur länger aushalten, wenn sie Alkohol trinken oder Cannabis rauchen. Viele zweifeln an sich oder sind unsicher, ob man interessant genug ist, versuchen alles korrekt zu machen und nicht aufzufallen, weshalb sie gehemmt und angespannt sind und davon ausgehen, dass andere sie ständig schlecht beurteilen. Die einen wirken dann schüchtern, weil man ihnen diese innere Not ansieht. Andere treten selbstbewusst auf oder wehren sich ständig gegen vermeintliche Kritik und sind trotz allem zutiefst verunsichert.
(mehr …)Frieda ist sieben Jahre alt und besucht eine erste Primarschulklasse. Sie hat eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder. Friedas Eltern arbeiten beide Teilzeit in guter Position und bemühen sich sehr um ihre Kinder. Demzufolge kann man Frieda als ein sehr gefördertes Kind bezeichnen. Da Frieda viele Interessen hat, sich sehr gut artikulieren kann, für ihr Alter viel weiss und zudem sehr kreativ ist, rechnet niemand damit, dass es Beschwerden von den Lehrerinnen in der Primarschule geben könnte. Und dennoch sieht sich die Mutter bald damit konfrontiert.
(mehr …)Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Schwierigkeiten in der Partnerschaft und den Möglichkeiten, diese zu erkennen, zu erklären und daraus Lösungen zu entwickeln.
(mehr …)In diesem Aufsatz werden von erfahrenen Gruppenpsychotherapeuten verschiedene Aspekte der Gruppenpsychotherapie dargestellt: die theoretischen Grundlagen, die Art der Gruppenbildung, die Wirkfaktoren sowie die Anforderungen an den Therapeuten. Das zugrundeliegende Menschenbild ist das des sozialen Wesens, das von Natur aus ganz auf seine Mitmenschen bezogen ist und dadurch in den ersten Lebensjahren ein Welt- und Selbstbild entwickelt, das die Gefühle und Handlungen im späteren Leben leitet. Dieses unbewusste Schema kann Irrtümer enthalten, welche die Ursache von psychischen Problemen bilden. In der Gruppenpsychotherapie werden fehlerhafte Überzeugungen korrigiert durch Aufklärung über den Menschen, Vertrauensbildung, gegenseitige Hilfe, Förderung des Gemeinschaftsgefühls und besonders die Analyse der grundlegenden Gefühlshaltungen in einer gleichwertigen und offenen Stimmung. Entscheidend ist dabei, dass sich der Therapeut mit den Teilnehmern gleichwertig fühlt, sich seiner eigenen Gefühlsüberzeugungen bewusst ist, sich nicht besser fühlt, eine forschende Haltung einnimmt, viel Wissen über den Menschen und dessen Gefühlsabläufe besitzt und diese laufend erweitert.
(mehr …)Ein Beispiel – psychologisch erklärt
(mehr …)Dieser Vortrag beleuchtet die Eifersucht als erworbene Gefühlslage und zeigt anhand von Beispielen, wie sie Ursache für Schwierigkeiten unter Kindern, bei Liebespaaren und am Arbeitsplatz sein kann.
(mehr …)Alfred Adler (1870 bis 1937) begründete eine der drei klassischen tiefenpsychologischen Schulen neben Sigmund Freud und Carl Gustav Jung. Adler nannte seine Lehre des sozial orientierten Menschen «Individualpsychologie». Er wollte mit dieser Bezeichnung die Unteilbarkeit der menschlichen Persönlichkeit betonen und grenzte sich damit bewusst von Persönlichkeitstheorien ab, die den Menschen in verschiedene Instanzen unterteilen wollten.
(mehr …)Lernschwierigkeiten fallen weder einfach plötzlich vom Himmel noch sind sie angeboren. Jeder Mensch, der von sogenannten Lernproblemen betroffen ist, bringt vielmehr seinen individuellen Erfahrungshintergrund mit und eine Art und Weise, mit der er ins Leben und Lernen eingeführt wurde und aus der heraus man erklären und verstehen kann, warum es zu Lernschwierigkeiten kommt. Dieses Verständnis bildet die Basis dafür, alle Lernschwierigkeiten zu überwinden.
(mehr …)Dieser Vortrag zeigt auf, dass wir sehr gut erklären können, wie ein Mensch in den ersten Lebensjahren unruhig, nervös, gestresst und unaufmerksam werden kann, wenn wir psychologisch denken lernen. Wenn wir uns verbindend, zuversichtlich und mit dem richtigen psychologischen Verständnis solidarisierend in einen anderen Menschen einfühlen und dabei Zusammenarbeit und keine Behandlung von aussen suchen, dann haben wir gute Chancen, selbst heftigste Phänomene von Unruhe, Nervosität, Hyperaktivität, Impulsivität, Unaufmerksamkeit oder Verträumtheit zu überwinden.
(mehr …)Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem Verständnis der Sexualität, wie es von Christoph Ahlers in seinem Buch «Vom Himmel auf Erden – Was Sexualität für uns bedeutet» näher dargelegt wird. Im Zentrum stehen dabei Kommunikations- und Beziehungsfunktion der Sexualität, Sex als Mittel um geborgen, angenommen und zugehörig zu sein. Mit diesem Verständnis lassen sich viele gängige Schwierigkeiten in der Sexualität erklären und überwinden.
(mehr …)Wir begrüssen Sie alle sehr herzlich im Namen des Vereins für Soziale Bildung, die Sie hierhergekommen sind, so viele – 120 –, und es sind leider noch 20 krank und 50 wären sehr gerne gekommen, hatten aber schon etwas anderes vor. Wir freuen uns sehr, dass wir heute die Eröffnung der Räumlichkeiten in Dübendorf feiern können.
Ich trage Ihnen jetzt in kurzen Worten vor, wer wir sind, was unser Anliegen ist und was wir konkret unternehmen wollen. Anschliessend findet ein Essen mit grossem Buffet statt – eine grosse Leistung der freiwilligen Helfer.
(mehr …)Dieser Vortrag zeigt, dass wir sehr gut erklären können, wie ein Mensch in den ersten Lebensjahren unruhig, nervös, gestresst und unaufmerksam werden kann, wenn wir psychologisch denken lernen. Die Aufgabe der Psychologie und in diesem Fall auch der Pädagogik besteht ja darin, nicht einfach ein Problem festzustellen und mit einem Namen zu benennen, sondern die psychologischen Schwierigkeiten im Leben aufzurollen und zu verstehen, und aufgrund dieser Erkenntnisse diese Schwierigkeiten dann zu beheben.
(mehr …)Empfindlichkeit, Beleidigtsein und Rückzug sind weder angeborene Veranlagung noch Zufall, sondern vielmehr entspringen sie als Gefühlslagen der grundsätzlichen Haltung des Menschen zum Leben und dem jeweils individuellen unbewussten Lebensstil. Diese unbewussten Überzeugungen lassen sich ändern, so dass die Empfindlichkeit als Ausdruck der Distanz zu den Mitmenschen durch eine immer mehr zunehmende Zusammenarbeit und durch ein Zugehörigkeitsgefühl abgelöst wird, durch Freude am Zusammensein.
(mehr …)Der Mensch entwickelt aus seinen Gefühlseindrücken in den ersten Lebensjahren unbewusst eine Meinung darüber, was er sich vom Leben versprechen und wie er darin eine Bedeutung bekommen kann. Er antwortet darauf mit seiner eigenen Art, das Leben zu bewältigen, mit einem Lebensstil, einem Lebensschema, einem Skript, mit dem er das ganze weitere Leben wahrnimmt, beurteilt und zu bewältigen versucht. Wer die Aufgaben des Lebens erfolgreich bewältigt, handelt so, als ob er aus freien Stücken anerkennt, dass der Sinn des Lebens Anteilnahme an anderen und Zusammenarbeit mit ihnen ist. Er scheint, bei allem, was er tut, vom Gedanken an das Wohl der Mitmenschen geleitet zu sein.
(mehr …)Wir wollen alle gerne mit anderen gut auskommen, insbesondere mit Menschen, die uns nahestehen, sei es in der Partnerschaft oder bei den eigenen Kindern, in der sonstigen Familie, bei Freunden, im Verein oder im beruflichen Umfeld.
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