Sehr oft deuten wir andere Menschen falsch, sei es in Partnerschaften, bei der Arbeit, bei Freunden, in der Öffentlichkeit. Wir sind so überzeugt von unserer Wahrnehmung der Welt, dass wir es schwer haben, überhaupt Fragen zu stellen oder die richtigen Fragen zu stellen. Wir unterschätzen, dass wir sehr oft genau zu wissen glauben, wie das Leben zu bewältigen ist.
Mancher bekommt einen Schreck vor dem Zukünftigen, genau dann, wenn die Beziehung schön ist. Man manövriert sich unbewusst in ein Gefühl der Trauer, des Ärgers, der Wut oder der Empfindlichkeit, so dass man streiten kann und die Beziehung gelockert wird. Die Angst vor Ablehnung ist zu gross.
Oder man hat sich unbewusst vorgenommen, im Leben immer fehlerlos dazustehen und tut alles dafür: man lenkt ab, spielt sich auf, zieht sich aus dem Leben zurück, oder wird depressiv oder hält Distanz zu allen Menschen.
Oder jemand will unbedingt etwas darstellen, und muss deshalb andere abwerten, die auch etwas können oder wird ganz schüchtern im Warten auf die richtige Gelegenheit.
Oder man will ganz perfekt sein und engt sich deshalb auf einen kleinen Bereich des Lebens ein, wie richtig essen oder richtig gekleidet zu sein oder immer korrekt reden oder spontan zu sein.
Wenn wir uns unter Menschen bewegen, stoßen wir regelmäßig auf Situationen, in welchen Missverständnisse auftauchen oder Spannungen, Enttäuschungen, Ängste, Ärger, Einsamkeitsgefühle, Selbstzweifel oder Traurigkeit entstehen können, hinter denen meist unbewusste Ziele stehen.
Wenn wir nicht zum Leben passende, unbewusste Lebensmelodien erfassen lernen und sie hinterfragen, können wir verbindlichere, verständnisvollere und gleichwertigere Beziehungen entwickeln.